Countdown

10.12.2016

Countdown
abgelaufen


Seit

Login

Woche 9 (30. November - 06. Dezember)

So standen wir schon um 5.00 Uhr auf, da die Fähre bereits um 7.00 Uhr ging und wir eine halbe Stunde vorher einchecken mussten. Wir werden für 3 Tage auf der Insel bleiben. Das Parkieren auf der Fähre läuft wie folgt ab: Zuerst fahren die normalen PW’s, welche nicht höher als 2,3m sind auf die Fähre und müssen millimetergenau an der Seite parkieren. In der Mitte ist Platz für die Trucks, da es da kein Dach hat. Als ein Angestellter der Fähre unseren Mister Big erblickte, sagte er uns, dass dieser wohl ein wenig zu hoch sei und wir deshalb noch warten sollten. So waren wir die Letzten, die auf die Fähre fuhren und durften sogar noch vor allen Trucks parkieren.

Laden_Faehre_1
Laden_Faehre_3
Laden_Faehre_Mr._Big
Ladeplatz für Autos (seitlich) Ladeplatz für Trucks (In der Mitte) Ladeplatz für unseren Mr. Big Lachend
 

Die Überfahrt dauert 45 min und die Fähre schaukelte auch ziemlich heftig, obwohl diese ja mit all den Fahrzeugen ganz schwer ist. Da sie aber sehr langsam fährt, spürt man halt trotzdem jede Welle. Zum Glück hatten wir unsere Tabletten gegen Reisekrankheit schon eingenommen.

In Penneshaw angekommen fuhren wir nach Kingscote und frühstückten dort im „Rogers Cafe“ ausgiebig. Danach ging es der Nordküste entlang ans andere Ende der Insel in den Flinders Chase Nationalpark. Wir quartierten uns auf einem Campingplatz für 2 Nächte ein und machten den Koala-Walk, der direkt neben dem Campingplatz beginnt. Wir hatten das Glück und konnten 2 Koalas sehen. Der erste hatte seinen Kopf auf die Beine gelegt und schlief so tief und fest, obwohl uns diese Position gar nicht bequem erschien. Der zweite Koala war wach und beobachtete uns von oben herab.

Koala_beobachtet_scharf
Mein Name ist James Koala...

Aber irgendwie scheinen diese Tiere nicht zu begreifen, was um sie geschieht, da sie ziemlichzu gedröhnt sind von den Eukalyptusblättern, die sie fressen. Aber es sind halt schon mega putzige und süsse Tiere und wir könnten ihnen stundenlang zuschauen. Da wir noch nicht genug Beinarbeit gemacht haben, entschieden wir uns im Nationalpark einen Platypus-Walk zu machen. Platypus ist das englische Wort für Schnabeltier. Diese Tiere sind ganz scheu und zeigen sich erst gegen Abend. Wir liefen also die 2.2km zum Weiher, in dem ca. 200 Schnabeltiere leben sollen. Die Dame vom Visitor Centre hat uns aber schon vorgewarnt, dass man diese Tiere nur sehr selten zu Gesicht bekommt. Wir liefen also dorthin und meinten, wir seien die einzigen, da uns auf dem Hinweg niemand begegnete. Leider weit gefehlt, auf der Beobachtungsplattform standen schon 8 Leute und schauten uns ganz böse an, da unsere Schritte ein wenig Lärm verursachten (was ja auf Waldboden mit Blättern am Boden normal ist). Bei diesem Anblick hätten wir schon laut lachen können, hielten uns aber zurück. Als wir nach einer Viertelstunde immer noch kein Schnabeltier erblickten (nicht einmal eine Luftblase oder sonst was), entschieden wir uns via Zeichensprache zurückzugehen.  Vielleicht hätte sich etwas mehr Geduld bezahlt gemacht, doch angesichts der Tatsache, dass die Tiere wirklich sehr scheu sind und nur schwierig zum Beobachten sind, denken wir eher nicht. Zurück beim Auto machten wir noch einen Abstecher zum Admirals Arch, wo man Neuseeländische Seelöwen beobachten kann.

Faule_Seeloewen
Neuseeländische Seelöwen

Diese Tiere beeindrucken uns immer wieder durch ihre Faulheit. Obwohl sie ziemlich heftig stinken, kann man diesen Tieren stundenlang zuschauen. Auf dem Weg zu Admirals Arch hat man einen super Ausblick über die Buschlandschaft des Flinders Chase Nationalparks. Da im 2007 ein heftiger Waldbrand tobte, wird der Anblick nun von abgebrannten Bäumen geprägt. Nicht zu vergleichen mit unserem Bild aus dem Jahre 2004.

Wald_2004 Wald_2011
2004 2011

Es tut schon weh diesen abgebrannten Wald zu sehen, trotzdem aber haben Buschbrände ihren Sinn und verhelfen zu neuem Leben. Wir fuhren  zurück zum Campingplatz und kochten ein leckeres Menu zum Abendessen. Am nächsten Tag hiess es Ausschlafen, da es regnete und regnete. Als der Regen ein wenig nachliess, packten wir die Gelegenheit und machten uns auf den Weg zur Seelöwen-Kolonie in der Seal Bay.

Seal_Bay
Immer nur am Spielen! Hier noch mit Möwenzuschauer.

Seal_Bay_Narbe
Seelöwe (links) hat eine Narbe von einem Haiangriff

Dies ist die einzige Kolonie des Australischen Seelöwen und man hat die Gelegenheit auf einer geführten Tour bis an den Strand zu gehen und die Seelöwen aus nächster Nähe zu beobachten. Wir erfuhren, dass die Tiere 3 Tage im Wasser am Fressen sind und dann 3 Tage an Land kommen und schlafen oder sich um ihre Jungen können. Jetzt ist uns auch klar, wieso die Tiere, welche an Land sind, fast nur am Schlafen sind. Die Tour war sehr interessant, jedoch spielte das Wetter nicht ganz mit und es begann mitten in der Tour zu regnen. Da man aber nicht alle Tage Seelöwen beobachten kann, hielten wir ohne Regenschutz und Kappe durch. Auf dem Rückweg zum Campingplatz hielten wir noch bei Little Sahara an. Dies ist eine Sanddüne, die nicht etwa am Meer ist, sondern im Landesinnern. So stiegen wir zur Sanddüne auf, was noch ziemlich anstrengend ist, da man immer wieder einsinkt und rutscht, dafür wird man oben mit einer tollen Aussicht belohnt.

Little_Sahara_Tscheggi_2
Tolle Aussicht und ein spielendes Kind

Little_Sahara_Tscheggi
Immer noch am Spielen...

Zurück auf dem Camping kochten wir und Tscheggi hatte einen Hilfskoch dabei: nein, nicht ich, sondern ein Känguru!

Hilfskoch
Erste Anweisungen vom Chefkoch an den aufmerksamen Praktikanten

Wir rüsteten Gemüse und das Känguru schaute uns immer zu und wollte am liebsten das Gemüse essen. So mussten wir alles in die Höhe stellen, was das Känguru nur noch aufmerksamer und interessierter machte. Doch irgendwann wurde es dann auch dem süssen Fratz zu langweilig und es verschwand wieder in den Wald. Nach dem Essen machten wir einen Verdauungsspaziergang um die Lagune, welche bei unserem  Campingplatz war. Dabei konnten wir viele Tiere beobachten. Wir hatten Glück und konnten sogar zwei Kängurus beim Boxen zuschauen.

Kngu_Boxen
Hier gehts bereits in der 3. Runde voll zur Sache! Auch Tritte unter die Gürtellinie waren hier erlaubt schreiend

Gesicht_Remarkable_Rock
Solche skurrile Felsformationen sieht man bei Remarkable Rocks

Am nächsten Tag gingen wir zuerst die Remarkable Rocks anschauen, welche von Wind und Wetter geformt wurden. Wir besuchten auch nochmals Admirals Arch und seine Seelöwen. Und auf dem Weg an die Ostküste der Insel (Kingscote) stoppten wir nochmals bei einem Koala Walk. Diese Tiere sind einfach so süss und wir können uns nicht satt sehen. Wir blieben trotz kaltem Wind über eine Stunde auf dem Walk und beobachteten die süssen Tieren, auf einem Baum sahen wir sogar eine Mutter mit Jungem. Das Junge ging immer wie höher in den Baum, wo die Äste richtig dünn waren. Beim nächsten richtigen Windstoss wurde das Junge richtig durchgeschüttelt und wir hatten Angst dass es runterfällt. Doch Koalas sind halt gute Kletterer und unsere Angst war umsonst.

Koala_Walk
Mutter alleine. Das Junge findet ihr in der Photogallerie

Nach dem Walk, gönnten wir uns erstmal einen „Cappu“ und sahen uns auf unserer Kamera die Fotos an. In Kingscote übernachteten wir ein letztes Mal bevor es am anderen Morgen mit der Fähre zurück aufs Festland ging. Zuerst machten wir aber noch eine Pinguin-Tour by Night. Dabei sahen wir die kleinen Pinguine, welche jeweils bei Einbruch der Dunkelheit an Land kommen und ihre Jungen füttern. Die Pinguine sind auch drollige Tiere

Pinguin
Beleuchtet wurden die kleinen Pinguine mit rotem Licht. So wurden sie nicht geblendet. Auch das Fotografieren mit Blitz war untersagt!

So ging es am nächsten Morgen wieder mit der Fähre zurück. Da es diesmal eine andere Fähre war als bei der Hinfahrt, hatte unser Mister Big auch besser Platz darauf und durfte diesmal auch unter dem Dach parkieren. Von Cape Jervis ging es auf direktem Weg nach Adelaide, wo wir einen kurzen Stopp einlegten um unsere Vorräte aufzufüllen, und dann weiter nach Port Wakefield. In Port Wakefield konnten wir einen wunderschönen Sonnenuntergang sehen.

Der nächste Tag war dann ein richtiger Fahrtag, wir fuhren nämlich ca. 600 km von Port Wakefield nach Marree. Marree liegt im Outback und ist der Start des Birdsville-Tracks. Da wir uns wieder nach Outback und weniger Leuten sehnten, entschieden wir uns den Birdsville-Track zu machen, der von Marree nach Birdsville führt. Marree hat zwar nur etwa 50 Einwohner, aber sie haben ein legendäres Pub, das Marree Hotel und wenn man den falschen Tag erwischt (wie wir), dann ist ein Trinkabend angesagt, an welchem alle Farmer aus ca. 150km Umkreis nach Marree kommen. Diese sind dann so besoffen, dass sie nachts um 4 Uhr auf der Strasse singen und johlen und wir wieder mal fast im Bett standen vor Schreck. Da wir zusätzlich noch die Einzigen auf dem Zeltplatz waren, war es uns nicht mehr so geheuer lächelnd. Am nächsten Morgen stärkten wir uns mit einem leckeren Frühstück, bevor wir den Birdsville Track in Angriff nahmen.

Schild_Birdsville_Track
Legendär: Der Birdsville-Track

Das Wetter war wunderschön und der Track war nach einer Woche Sperre wieder offen und befahrbar. Wir bekamen noch Tipps von Tommy, einem Einheimischen, der uns sagte, an welchen Orten wir Halt machen sollen. Er lebt nun schon seit 40 Jahren in Marree. So nahmen wir die 515 km Holperpiste in Angriff. Obwohl man auf diesem Track fast keine rote Erde sehen kann, ist er dennoch wunderschön. Die Farben, welche sich in der Landschaft des Outbacks zeigen, beeindrucken uns immer wieder. Wir waren wieder mal fast alleine unterwegs. Gerade mal ein Auto kreuzte uns auf der ganzen Strecke. Genau das was wir wollten, denn wir geniessen die Stille und Einsamkeit des Outbacks.

Mister_Big_und_Birdsville
Unser Mr. Big ganz alleine auf dem Birdsville-Track

Fhre_Cooper_Creek
Fähre über den 3.5m tiefen Cooper Creek. Dies ist ein "once in a lifetime experience", da sich der Cooper Creek nur etwa alle 30 Jahre so füllt. Normalerweise ist er trocken und man kann ihn problemlos im Auto durchqueren.

Der Birdsville Track überquert den Cooper Creek. Dies ist ein Zufluss zum Lake Eyre, der sich nur füllt, wenn im Osten von Queensland die Regenzeit besonders heftig ausgefallen ist. Normalerweise ist dieser Creek auch trocken oder führt nur ganz wenig Wasser, so dass er problemlos durchquert werden kann. Da im 2009 die Regenzeit aber sehr heftig war, ist der Creek immer noch voll und hat im Moment eine tiefe von 3.5m. Da ist eine Durchquerung im Auto nicht möglich. So mussten wir einen Umweg machen und unseren Mister Big mit einer Fähre ans andere Ufer bringen. Da gibt es doch tatsächlich „in the middle of nowhere“  in der Wüste eine Fähre! Die Fähre wird von zwei netten Herren betrieben, die am Creek in einem Container wohnen und arbeiten müssen, sobald ein Auto den Creek überqueren muss. Dies ist momentan ca. 4x pro Tag der Fall. Die zwei Herren machten aber einen zufriedenen Eindruck und ihnen gefällt die Arbeit im Outback und natürlich haben sie immer Freude, sobald wieder ein Auto auftaucht. Nach ca. 200 km gibt es eine Tankmöglichkeit (die einzige) und natürlich auch essen. In solchen abgelegenen Roadhouses machen wir eigentlich immer einen Stopp um mit den Leuten sprechen zu können. Es ist immer wieder interessant zu hören, wie diese Leute so abgelegen wohnen können. Die zweite Hälfte war dann weniger gut zu fahren, da es viele Washouts hatte. Dies, weil es in der Vorwoche heftig geregnet hat und der Track eben auch gesperrt war. Irgendwann gegen Abend sind wir dann im abgelegensten Dorf von Queensland, nämlich in Birdsville angekommen, wo wir uns auf dem Campingplatz einrichteten. Da wir die Grenze von South Australia nach Queensland überschritten haben, mussten wir auch unsere Uhren wieder um eine halbe Stunde zurückdrehen. Queensland kennt nämlich auch keine Sommerzeit. Auch auf dem Camping in Birdsville waren wir wieder mal die einzigen Gäste. Nach einem kühlen Blonden im Pub von Birdsville konnten wir einen superschönen Outback-Sonnenuntergang (die Farben sind einfach phänomenal! Doch leider hatten wir unsere Kamera nicht dabei!) geniessen, bevor wir wieder zum Zeltplatz liefen und schlafen gingen.

Birdsville_Hotel
Erbaut im Jahre 1884

Dies war leider schon unsere 9. Woche in Australien.