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10.12.2016
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Australien Woche 11 (14. - 20. Dezember)
Kleiner Nachtrag zum Wochenbericht 10: Da unser Mister Big direkt in die Garage gebracht wurde, konnten wir nur das Nötigste packen und wurden auf dem Campingplatz in einer Cabin untergebracht. Da wir jedoch das Essen nicht mitgenommen hatten und nicht mehr mobil waren, gingen wir ins Pub nebenan Dinner essen. Toll, es war Country-Abend angesagt und das Pub war rappelvoll mit älteren Leuten (60-80-jährig). Wir waren mit Abstand die Jüngsten und wurden beim Eintreten von oben bis unten gescannt. Wir wurden sogar von Leuten gefragt, ob wir zum ersten Mal hier seien, da sie uns noch nie gesehen haben. Wie sich herausstellte, findet dieser Country-Abend jede Woche statt und wahrscheinlich sind auch immer dieselben Leute anwesend. So waren wir also in Tamworth gestrandet.
Gerade als wir unsere Cabin für eine weitere Nacht gebucht hatten, erhielten wir den Anruf von der Garage, dass unser Mister Big abholbereit ist. Voller Freude riefen wir ein Taxi und liessen uns zur Garage chauffieren. Jetzt erfuhren wir auch, an was unser Mister Big erkrankte, er hatte nämlich Wasser im Bezinfilter und im Bezintank. Aber so wie uns der Garagist mitgeteilt hat, scheint dies ein häufiges Problem bei den Landcruisern zu sein. Anyway, so blieben wir an diesem Tag noch in Tamworth, gingen einkaufen und schauten uns die Stadt an. Am nächsten Tag hatten wir einen Fahrtag vor uns. Es ging nämlich über Gunnedah nach Cobar. Gunnedah hat eine relativ grosse Koala-Population und so fuhren wir an diversen Warnschilder wegen Koalas und auch Wombats vorbei. Cobar ist eine Minenstadt und liegt im Outback von New South Wales. Diese Stadt hat uns irgendwie besonders gefallen, abgelegen, klein, fein, aber trotzdem kann man fast alles haben. Auf dem Campingplatz hatte der Eigentümer einen Rottweiler, der uns am Eingang begrüsste. Obwohl wir ein wenig Angst haben vor so grossen Hunden, hat Denise den Hund doch am Kopf gekrault, da er vor ihr stand. Als sie aufhörte, hat dieser riesige Hund die Pfote auf Denise’s Oberschenkel gelegt. Da wussten wir, dass es ein lieber „Schmusehund“ ist. Ebenfalls hatte es einen kleinen 5 Wochen alten Border Collie Welpen auf dem Camping, mit dem wir ebenfalls herumtollten. Der war noch so klein, dass er sogar über seine eigenen Füsse stolperte.
Von Cobar ging es vorbei an vielen wilden Ziegen nach Broken Hill. Broken Hill gehört zwar zu New South Wales, führt aber die Zeit von South Australia (-30min.) und hat auch die Telefon-Vorwahl von South Australia. Der Grund dafür ist, dass die Regierung des Bundesstaates New South Wales früher Broken Hill nicht den Service bieten wollte, den es verlangte, wahrscheinlich weil es viel zu weit weg ist. Dann hat Broken Hill damit gedroht, dass es sich dem Bundesstaat South Australia anschliessen würde und plötzlich hat Sydney eingelenkt. Dies, weil Broken Hill eine Mine besitzt und reich an Bodenschätzen ist. Ja, und aus Protest hat es jetzt trotzdem gewisse Sachen von South Australia übernommen. So mussten wir wieder einmal die Uhr um eine halbe Stunde zurückstellen. Das sind wir uns jetzt langsam gewohnt… Bevor wir uns auf dem Campingplatz einquartierten, fuhren wir weiter in die Geisterstadt Silverton, in welcher ein Teil vom Film „Mad Max 2“ gedreht wurde. Die Geisterstadt wird jetzt noch von etwa 5 Leuten und zahlreichen wilden Pferden bewohnt und im Silverton Hotel kann man sogar noch einkehren. Etwas nördlich von Silverton gibt es den Mundi Mundi Lookout, von welchem man einen wunderschönen Ausblick über die Weiten des Outbacks hat.

Aus dem Film "Mad Max II"

Der Mundi Mundi Lookout
In Broken Hill gingen wir endlich mal die Basis der Royal Flying Doctors anschauen. Wir waren jetzt schon ein paar Mal an Orten, wo sie eine Basis haben, haben es jedoch immer wieder verschoben. Da Broken Hill aber wahrscheinlich die letzte Gelegenheit ist, mussten wir nicht zweimal überlegen. Die Tour war sehr informativ, so erfuhren wir, dass Broken Hill die grösste Basis in ganz Australien ist (wir dachten immer an Alice Springs), dass ihre Dienstleistung gratis ist und dass nur die Löhne vom Staat übernommen werden. Wenn aber ein Ersatz gekauft werden muss (Flugzeug, Medizingeräte, etc.) dann müssen die Flying Doctors dies selber bezahlen. Da ein Flugzeug etwa wie ein OP-Raum ausgestattet ist, kostet das logischerweise ein bisschen was. Darum sind sie auf Spenden angewiesen. Wir erfuhren auch, dass auf den grössten Stations (Farmen) des Outbacks eine Box mit verschiedenen Medikamenten stationiert ist. Im Falle eines Unfalls haben die Farmer (und die Menschen im Umkreis der Station) die Gelegenheit für erste Hilfe. Es ist wirklich sehr interessant. Wir konnten sogar einen Blick in den Hangar werfen. Die Tour hat sich auf jeden Fall gelohnt.

Hangar der Flying Doctor`s in Broken Hill
Weiter ging die Reise auf einer 4WD-Strecke nach Pooncarie, ein "Kaff" mit 82 Einwohnern. Für den Zeltplatz mussten wir im Pub bezahlen und so blieben wir halt noch auf eine Runde Billard und auf ein, zwei... Bier. Wir kamen mit den Leuten (ausschliesslich Männer, die auf ein Feierabendbier ins Pub gingen) ins Gespräch und merkten, dass die Mehrheit hier nicht einmal wusste, wer Roger Federer ist, so abgelegen ist dieses Dorf. Lediglich der Wirt (der kommt von der Ostküste) wusste, wer Roger Federer ist und so hatte auch er ein Gaudi und nahm seine Mitbürger auf die Schippe. Den Zeltplatz hatten wir wieder einmal für uns alleine, einfach wunderschön. Das einzig Negative an diesen abgelegenen Zeltplätzen ist, dass es gelegentlich Frösche im WC hat. Diese sieht man nicht, aber sobald man die Spülung betätigt, springen sie zur Kloschüssel raus. In den Kimberleys und im Norden waren wir uns das gewohnt und haben vor dem Absitzen immer zuerst alles kontrolliert. Dies ist allerdings im Süden ein wenig vergessen gegangen und so sass Denise nichtsahnend auf dem Klo und als sie spülte, sprang dieser grüne Frosch aus der Schüssel. Der Schreck war gross und der Gedanke war: „Zum Glück ist der erst jetzt rausgesprungen und nicht schon vorher, als ich noch sass..“
Am nächsten Tag ging es dann Richtung Mungo Nationalpark. Der Mungo NP ist bekannt für seine skurrilen Felsformationen, besser bekannt als die Wall of China.

Mungo Nationalpark
Es ist ein See, der vor Tausenden von Jahren ausgetrocknet ist und die ehemaligen Ufer des Sees wurden durch Wind so skurril geformt. Wir waren jedoch enttäuscht, da man nicht einmal mehr die Gelegenheit hat, durch die Landschaft zu laufen. Man darf lediglich einen Boardwalk machen und wenn man in die Felsformationen will, braucht man einen Guide, was natürlich auch wieder kostet. So knipsten wir lediglich ein paar Fotos vom Boardwalk aus und gingen dann wieder zurück. Irgendwie hatten wir sowieso höhere Erwartungen in diesen Nationalpark.
Unsere Fahrt ging weiter via Perry Sanddünen nach Mildura. Die Perry Sanddünen bestehen aus rotem Sand und sind bis 20m hoch. Wir freuten uns schon auf ein Fotoshooting, als wir aber mit unseren Flip Flops im heissen Sand standen und uns fast die Füsse verbrannten, war das Fotoshooting in weite Ferne gerückt. So gingen wir schnell wieder zurück auf den rettenden Rasen und schossen unsere Fotos von da aus.

Perrysandüne (Der Sand war "bratpfannenheiss")
Mildura ist ein schönes Städtchen, welches am Murray River (zweitlängster Fluss Australiens) liegt. Wir suchten uns einen Campingplatz direkt am River aus und bekamen sogar auch einen River-Platz. So mussten wir zweimal checken, ob wir die Handbremse angezogen hatten, da wir nicht unbedingt rückwärts rollen wollten. Auf dem Murray River verkehren noch zahlreiche alte Raddampfer.

Weihnachten pur in Wagga Wagga
Unsere Nachbarn hatten sich wohl für eine längere Zeit einquartiert, da sie ihren ganzen Wohnwagen und den „Vorhof“ des Wohnwagens übertrieben weihnachtlich geschmückt hatten. So leuchtete der Wohnwagen die ganze Nacht rot, blau, gelb und grün. Sogar die Renntiere und Weihnachtsmänner im „Vorhof“ blinkten in allen Farben. Jaja, nicht nur die Amis sind so dekorationswütig.
Unser nächster Stopp war Wagga Wagga, wo wir per Zufall im Kathmandu-Laden (Outdoor-Kleidung wie Jack Wolfskin oder Mammut) Jacken mit einem Rabatt von ca. 60% kaufen konnten. In Australien beginnt nämlich der Ausverkauf schon vor Weihnachten. So konnten wir noch weitere Trekking-Sachen für einen Bruchteil des Verkaufspreises erwerben. Die Trekking-Kleidung konnten wir bereits in den nächsten Tagen brauchen, da wir im Kosciuszko Nationalpark wandern wollten. Unser Ziel war der Mount Kosciuszko, mit 2‘228m der höchste Berg von Australien.

Höchster Berg Australiens
Der Kosciuszko NP erstreckt sich über eine Länge von ca. 150km. Diese Strecke nennt sich Alpine Highway und musste zuerst in unserem Mister Big gemeistert werden. Auf einem Teil der Strecke hatten wir wunderschöne Aussichten und konnten sogar Emus und Kängurus sehen und auf dem anderen Teil der Strecke war es neblig und man sah keine 30m weit. Gut, wir waren jetzt ja auch im „Hochgebirge“. Thredbo ist der Ausgangsort für den Mount Kosciuszko. Das Dorf besteht hauptsächlich aus Mietwohnungen und Appartements und ist im Winter total überfüllt, denn man kann hier Skifahren. Im Sommer hingegen muss man lange suchen, bis man nur ein Restaurant findet, welches am Abend offen hat und Dinner serviert. Das im Winter hier die Post abgeht, sieht man an den zahlreichen Sesselliften und Skiliften, welche von Thredbo bis auf eine Höhe von 1‘900m führen und natürlich an den diversen Bar- und Clublokalen, welche aber wie schon gesagt, im Sommer closed sind. Leidiglich ein Sessellift ist geöffnet. Und dieser Sessellift wird rege genutzt, denn so können sich die faulen Leute auf eine Höhe von 1.900m chauffieren lassen und können nachher die restlichen Höhenmeter auf den Mount Kosciuszko auf einem Wanderweg zurücklegen, den man eigentlich nicht Wanderweg nennen kann.

Doppelter Boxkampf

Australiens Skigebiet Nr. 1

Aussi-Wanderweg... gewöhnungsbedürftig für Schweizer Wanderer
Auf dem Gipfel oben zücken dann alle ihr Handy und rufen irgendjemanden an, um stolz mitzuteilen, dass sie sich jetzt auf dem höchsten Punkt von Australien befinden. Wir mussten schön lachen. Wir haben uns nämlich entschieden von Thredbo (1‘300m) aus zu laufen. So kamen wir wenigstens ein wenig in schwitzen. Von der vorgegebenen Zeit von ca. 6h für den gesamten Aufstieg benötigten wir lediglich die Hälfte. Jaja, die Aussis und wandern...
Die Aussicht vom Gipfel war zwar schön, aber trotzdem nicht so klar, da die Berge ein wenig wolkenverhangen waren. Am Abend suchten wir mit Bärenhunger ein Restaurant, welches offen hatte und fanden schliesslich nur eine Tapas-Bar. So bestellten wir halt mehrere Tapas...
Übrigens gibt’s Neuigkeiten von Woodside (vergleiche unseren Wochenbericht 2): Wie wir aus dem TV erfahren haben, hat sich Woodside entschieden, den Bau der Gaspipeline bis 2013 ruhen zu lassen, da sie jetzt doch nicht mehr sicher sind, ob die Kimberley-Region der richtige Standort ist. Das sind ja gute News. Wenn man aber bedenkt, dass schon Plattformen im Bau sind und dass schon Buschland gerodet wurde, ist es einfach nur bedenklich und ärgerlich wie mit unserer Natur umgegangen wird.
Das wars auch schon von unserer 11. Woche.













