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10.12.2016
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Australien Woche 10 (07. - 13. Dezember)
Bevor wir von Birdsville aufbrachen und unsere Reise quer durch Queensland fortsetzten, kam die Caretakerin des Campingplatzes noch zu uns um uns einige Tipps zu Sehenswürdigkeiten zu geben. Noch während des Gesprächs huschte ein riesiger
Hund über den Campingplatz. Wir erschraken ein wenig, mussten aber sofort lachen, als sie uns sagte „Ahhh, this is Wolfgang (ausgeprochen Wolfgeeng) from the Garage!“ Ein riesiger, schlacksiger Hund namens Wolfgang und dann hatten wir
erst noch die Vorstellung, dass der Wolfgeeng die Garage selbst schmeisst..![]()
Die Aussis sind wirklich sehr nette und aufmerksame Leute. Zur Aufmerksamkeit gibt es eine kleine Anekdote: Da das Licht bei unserem Mister Big nicht automatisch ein- und ausschaltet, wie wir uns das von unserem Seat gewohnt waren, und auch kein Signal ertönt, wenn das Licht noch an ist und die Türe geöffnet wird, vergessen wir ständig das Licht wieder auszuschalten. Dies ist uns bestimmt schon über 10 Mal passiert, aber bis jetzt ist noch immer jemand gekommen um uns darauf hinzuweisen. Entweder klopfen sie ans Auto um uns mitzuteilen dass das Licht noch an ist oder einmal kam sogar ein Roadtrain-Fahrer ins Roadhouse um zu fragen, wem der weisse Toyota gehört und dass er eben noch Licht an hat. Soviel zum Thema Aufmerksamkeit und Freundlichkeit..
So ging unsere Reise weiter Richtung Windorah, vorbei an roten Sanddünen, farbiger Wüste, den Weiten des Outbacks, vielen Emus und Kängurus und noch mehr Kühen.

Rot, aber nicht soooo.... rot wie im Westen!

Die Weite im Outback...

Aufgepasst auf den Outbackstrassen! Immer wieder Tiere auf der Strasse. Auch wenn es optisch nicht ganz zusammenpasst!
Hier im Video könnt ihr das Outback sehen und den Koch bei der Arbeit beobachten
Wir hatten auch eine Schrecksekunde als vor unserem Auto ein Rotes Känguru über die Strasse wollte. Das wäre ja nicht schlimm gewesen, aber gerade in der Strassenmitte änderte es seine Meinung und wollte wenden und zurück hüpfen. Beim Drehen rutschte es aus und fiel beinahe hin. Zum Glück sind die Bremsen von Mister Big so gut und so kamen alle Beteiligten mit dem Schrecken davon. Überhaupt haben wir es immer so gehandhabt, dass der Co-Pilot vorallem die Strassenseite nach Tieren absucht und sofort Bescheid gibt, wenn er/sie in der Ferne ein Tier sieht, damit der Fahrer dann abbremsen kann.
Windorah ist ein kleines abgelegenes Dörfchen im Outback, wo es nicht viel zu sehen gibt. Immerhin haben sie ein Pub und ein Visitor Centre. Von Windorah ging es dann weiter nach Charleville. Die Strasse ist da auch wieder geteert, zwar nur einspurig, aber immerhin geteert. So muss man halt einfach ein bischen auf die Seite fahren, wenn jemand entgegenkommt. Das ist zwar nicht häufig der Fall, aber als wir doch einmal ausweichen mussten, sind wir mit dem Vorderrad über einen kleinen Termitenhügel gefahren (ca.10cm hoch). Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie hart die Bauten dieser kleinen Tierchen sind. Es fühlte sich an, als ob wir über einen Stein gefahren wären und das Vorderrad gleich abfallen würde oder die Achse gebrochen ist, und das bei einem 4WD Landcruise! Das war schon noch beeindruckend. Auf der Strecke hatte unser Mister Big auch wieder Probleme mit den Sicherungen, so funktionierte das hintere Licht, Stopplicht und Blinker wieder mal nicht mehr. Wir stoppten also auf der Strassenseite um die Sicherungen auszutauschen, als gerade ein Polizist vorbeifuhr und uns fragte, ob alles in Ordnung sei und wir uns selber helfen können. Natürlich konnten wir. Charleville ist das erste grössere Dorf nach dem Outback. Leider fing in Charleville der Regen an. Es regnete wie aus Kübeln und so konnten wir nicht viel unternehmen. Wir buchten für den nächsten Morgen eine Tour um die vom Aussterben bedrohten Bilbies zu sehen. In Charleville gibt es nämlich die einzige Aufzuchtsstation dieser süssen Tiere in ganz Australien. Diese Tiere sind wirklich sehr putzig und sie sehen aus wie eine Mischung aus Känguru, Ratte, Echidna und Hase.

Unsere persönliche Tourguidin

Sind sie nicht drollig?
Diese Tour war sehr informativ und am Schluss durften wir auch noch einen Bilby anfassen. Das Fell ist wie Seide, aber am schwarz-weissen Schwanz sind die Haare ganz borstig. Diese Tiere sind sehr friedseelig und so wehren sie sich nicht einmal, wenn sie von einem Feind gepackt werden und lassen das Schicksal walten. Nach einem Übernachtungsstopp in Miles fuhren wir via Toowoomba nach Surfers Paradise und damit zum Meer. Toowoomba liegt ein bisschen höher auf ca. 700m über Meer und von da an geht es zuerst einmal abwärts. Dies ist ein Problem für die schweren Roadtrains und so ist die Strasse zweispurig und die Roadtrains haben die Vorschrift im 1. Gang zu fahren. So „kriechen“ diese Elefanten mit ca. 10-20km/h und laut heulendem Motor den Hügel hinunter. Sie haben zwar überall Kiesfelder, um auszurollen falls die Bremsen versagen, aber der Witz ist, dass sich diese Kiesfelder auf der rechten Seite befinden und die Roadtrains auf der linken Seite fahren müssen. Leider regnete es die ganze Fahrt und auch an unserem ersten Tag in Surfers Paradise regnete es wie aus Kübeln. So machten wir eigentlich nicht viel und verbrachten den Tag in den unzähligen Shoppingcenters. Am zweiten Tag gab es dann Aufhellungen und so konnten wir an den Beach und ein paar Fotos machen. Wir entschieden uns auch, auf die Plattform des Q1-Towers zu gehen. Dieser Wolkenkratzer ist 323 Meter hoch und man hat eine einmalige Aussicht auf den Strand, die Wellen, und die anderen Wolkenkratzer von Surfers Paradise

Aussicht vom Q1 Tower

Dahin gehts auch noch
Leider war das Wetter nicht ganz so schön, aber die Aussicht war dennoch super und der Eintritt von AUD 21.00 pro Person gerechtfertigt. Am Abend gingen wir ein wenig am Strand joggen, was immer sehr schön und erholsam ist. Eigentlich wollten wir am nächsten Tag Richtung Byron Bay fahren und dort übernachten. Das haben wir auch getan, aber als wir die vielen Leute sahen und entdeckten wie überlaufen Byron Bay eigentlich ist, entschieden wir uns noch ein bisschen weiter südlich zu fahren wo es ein bisschen ruhiger ist. Wir besuchten lediglich den Leuchtturm, gingen in einem Cafe etwas trinken, schauten den Surfern zu und weiter ging es dann nach Lennox Head. Lennox Head ist nur etwa eine 20-minütige Fahrt von Byron Bay entfernt, ist viel ruhiger, hat genau so hohe Wellen und einen ebenso schönen Strand. Uns gefiel es richtig gut in Lennox Head und wir wussten, dass wir die richtige Entscheidung getroffen hatten. Wir gingen ein bisschen im Dörfchen bummeln und genossen das schöne Wetter (die letzten 3 Tage hatte es immer wieder geregnet). Weiter ging es auf dem Pacific Highway Richtung Port Macquarie, vorbei an zig Baustellen. Port Macquarie ist bekannt für das einzige Koala-Spital in ganz Australien, welches ausschliesslich Koalas behandelt. Wir machten da eine Tour und lernten das Spital und die Arbeit kennen.

Das Koala Hosptal eine wirklich gute Sache!

Patient & Pfleger

Patient & Pfleger
Da dieses Hospital nicht von der Regierung unterstützt wird und der Eintritt gratis ist, sind sie auf Spenden angewiesen. Eine Option ist ausserdem die Adoption eines Koalas, der von ihnen behandelt wurde und wieder in die Freiheit entlassen werden konnte. Da wir das eine gute Idee fanden, entschieden wir uns für eine Koala-Adoption, was jährlich AUD 50.- kostet.
Dürfen wir vorstellen: Unser Adoptiv-Koala "Daniel Hamlyn"Unser Adoptiv-Koala heisst Hamlyn Daniel und hatte schreckliche Verletzungen im Gesicht (Nase, Mund und Lippen). Die Tierärzte meinten, dass er entweder vom Baum gefallen ist oder von einem Auto angefahren wurde. Trotz den schweren Verletzungen war es aber nicht einfach ihn einzufangen, da es nicht sein Wille war, eingefangen zu werden und so brauchte es sogar mehrere Retter! Unser Entscheid fiel auf Hamlyn Daniel wegen dem Namen und auch der Charakter (er weiss genau was er will oder was er eben nicht will) hat uns gefallen und hat was mit unserem Daniel gemeinsam... Hier erfahrt ihr mehr zum Koala Hospital.
Weiter ging die Fahrt via Great Dividing Range nach Tamworth. Diese Strasse ist wunderschön und erinnerte uns an eine Schweizer Passstrasse, genauso kurvenreich, viele Töfffahrer und die Aussicht war grandios. Der einzige Unterschied war, dass
wir zwischendurch durch Regenwald fuhren. In Tamworth kamen wir in ein heftiges Gewitter, entschieden uns aber noch 75km bis Gunnedah zu fahren, besser gesagt, so war der Plan. Denn 10 km vor Gunnedah machte unser Mister Big im gröbsten Regen schlapp.
Das Lämpchen der Benzinpumpe leuchtete und es gab einen ununterbrochenen Warnton. Wir stoppten also sofort und machten und zuerst mal schlau und lasen das Toyota-Handbuch. Aus diesem entnahmen wir, dass wahrscheinlich Wasser in der Benzinpumpe
ist und man auf gar keinen Fall weiterfahren darf. Zuerst versuchte Tscheggi das Problem selber zu lösen. So stand er bei gröbstem Regen mit dem Schirm über dem Kopf vor der offenen Motorhaube. Leider musste aber ein Spezialist her, so
mussten wir halt abgeschleppt werden und zwar zurück nach Tamworth. Es war ein wirklich trauriges Bild, wir beide vorne in der Fahrerkabine beim wirklich netten Herrn vom Abschleppdienst und hinten auf der Ladefläche unser Mister Big immer
noch mit angestellten Warnblinkern. Kein Wunder weinte draussen der Himmel.
Das einzig Gute war, dass
wir in einer Cabin übernachten durften und somit wieder einmal ein richtig weiches Bett hatten. Wir freuten uns so sehr, dass wir zuerst mal auf dem Bett umhergehüpft sind wie zwei kleinen Kinder.
So endete unsere 10. Woche in Australien.













